Genossinnenschaft Schokofabrik eG


Am 10. Dezember 2004 wurde der Kaufvertrag zwischen der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) und der Genossinnenschaft Schokofabrik sowie den vierzehn Eigentümerinnen des Frauenwohnprojekts unterzeichnet. Damit gingen die vier Häuser der Mariannenstr. 6 und Naunynstr. 72, die Berlins größtes Frauenzentrum, die Schokofabrik einschließen, in Frauenbesitz über.


"Alles unser!", sagte nach der Unterzeichnung Anne Wulf, Aufsichtsratsmitglied und Finanzberaterin der Genossinnenschaft. Nach monatelangen Verhandlungen und Aktionen zum Kauf der Häuser am Heinrichplatz in Kreuzberg fanden sich Privat-Darlehensgeberinnen und damals 76 Genossinnen, die durch den Erwerb von Anteilen den Kauf erst möglich machten. Diese Genossinnenschaftsanteile, der Verkauf von Wohnungen an 14 Frauen und die Kreditübernahme von 250.000 Euro durch die BHW Bausparkasse sowie Privatdarlehen erbrachten die Kaufsumme von insgesamt 966.000 Euro.

 

Nun mietet der Verein die ca. 1.200 qm des Frauenzentrums Schokofabrik von der Genossinnenschaft. Damit ist der Fortbestand des Frauenzentrums dauerhaft gesichert, das vor 27 Jahren durch Besetzung der Fabrikruine aufgebaut wurde. Langfristig ist geplant, das Vorderhaus der Mariannenstr. 6 an weitere Frauenprojekte und -unternehmen zu vermieten. Den Anfang machte die CaféBar „Marianne“ am 1. August 2008 mit dem Einzug in die Ladenräume des Vorderhauses!

 

Unsere junge Genossinnenschaft hat jetzt 104 Mitgliederinnen, aber wir suchen und brauchen immer neue Mitstreiterinnen. Eine Genossinnenschaft lebt vom Gemeinschaftsgedanken und ihrer Anzahl der Mitgliederinnen. 

 

Alles weitere unter:

www.genossinnenschaft-schokofabrik.de



Preis Soziale Stadt

Aus der Laudatio der Jury:

Seit einem Vierteljahrhundert wird die Schokofabrik als Frauenzentrum genutzt – und als die Finanzierung des Zentrums und damit sein Fortbestand im Jahr 2003 ungewiss war, haben die Frauen ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und eine Genossinnenschaft gegründet. Dieses besondere Engagement möchte die Jury würdigen. Die Kontinuität in der Nutzung der Schokofabrik hat zu einer sehr breiten Angebotspalette geführt, die außergewöhnlich und damit ein Gewinn weit über das Quartier hinaus ist.